Wohl manches Fahrzeug, vom Strudel gefasst,
Schoss jäh in die Tiefe hinab,
Doch zerschmettert nur rangen sich Kiel und Mast,
Hervor aus dem alles verschlingenden Grab.
Und heller und heller, wie Sturmes Sausen,
Hört man’s näher und immer näher brausen.
Und es wallet und siedet und brauset und zischt,
Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt,
Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt,
Und Well auf Well sich ohn Ende drängt,
Und wie mit des fernen Donners Getose
Entstürzt es brüllend dem finstern Schoße.

Auszug aus “Der Taucher” von Friedrich Schiller, 1797



Photo © Semra Sevin

Es ist als hätte Olivia Berckemeyer ihre Skulpturen dieser Tiefe entrissen, die Schiller beschreibt. Das Gedicht gibt am besten meine Assoziationen wieder, als ich damals vor Ihren ersten Arbeiten stand. Figuren und Formen, die sich scheinbar in einem Veränderungsprozess befinden. Auflösung oder Entstehung, Schmelze oder Erstarrung, Kühnheit und Verwegenheit. Alles in Einem. Für mich sind es Meisterwerke des Verfalls und der Auferstehung.

Bernd Wurlitzer